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Abwärmenutzung in Fleischerei - Amortisation bereits im ersten Jahr

Im Oktober 2013 war es im Ortsteil Reinsdorf der Lutherstadt Wittenberg soweit: In der Reinsdorfer Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur GmbH wurde das Wärmespeichersystem der Firma Haase in Betrieb genommen. "Wir haben ein mehrstufiges System zur Nutzung unserer Produktionsabwärme in unseren Hallen installieren lassen", sagt Geschäftsführer Pierre Kaaden. Der geschlossene Kühlwasserkreislauf zwischen zwei Autoklaven zum Abkochen und Sterilisieren von Wurstgläsern senkt den Trinkwasserbedarf um rund sechs Millionen Liter pro Jahr. Hinzu kommen etwa 265.000 Kilowattstunden Energie, die das Wittenberger Unternehmen zur Warmwassererzeugung einspart. Bei einer Investitionssumme von etwa 25.000 Euro rentiere sich das System bereits im ersten Jahr, so Kaaden, da man Ersparnisse in Höhe von 47.000 Euro erwarte.

In der Fleisch- und Wurstwarenmanufaktur werden die Wärmespeicher in zwei Richtungen genutzt- zur Wassererhitzung und zur Kühlung. Zum einen wird mit Abwärme Trinkwasser für Produktions- und Reinigungszwecke erhitzt, gleichzeitig erfolgt die Kühlung der zwei Autoklaven. Das geschlossene Kühl- und Wärmespeicherkreislaufsystem besteht aus drei Stufen. In Stufe 1 wird das auf etwa 110 Grad erhitzte Kühlwasser der zwei 70 Kilowatt-Autoklaven in einem großen Wärmespeicher mit 4.200 Litern Volumen gespeichert. Ab einer Temperatur von etwa 55 Grad wird es in den kleineren Speicher (2.750 Liter) umgeleitet, bis die restliche Wärmeenergie aufgebraucht wurde. In der dritten Stufe fließt das Wasser als Kühlmittel wieder in die Plattenwärmetauscher der Autoklaven, um dort Wärme aufzunehmen und den Kreislauf wieder von vorn zu beginnen.

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Das zu erwärmende Trinkwasser, welches in der Manufaktur verwendet wird, nimmt in einem eigenen Leitungssystem den Weg in die umgekehrte Richtung durch die Wärmespeicher. Der unternehmenseigene Brunnen und die städtische Wasserversorgung liefern das nötige Kaltwasser. Zuerst wird es durch Wärmetauscher im kleineren Wärmespeicher von 10 auf etwa 25 Grad erwärmt. Danach durchfließt das Nutzwasser den 4.200-Liter-Speicher und wird dort auf bis zu 55 Grad aufgeheizt. In der ganzen Manufaktur kann so Warmwasser aus „hauseigener Produktion“ genutzt werden. Ein Gaskessel mit fossilen Brennstoffen wird nur noch benötigt, um das Quellwasser um 10 Grad auf 65 Grad zu erwärmen.

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Fertig montiert hat der Speicher eine Höhe von 2,80 m und einen Durchmesser von 1,70 m.

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In den Speicher wird Wärme eingelagert, die bis dahin ungenutzt an die Umwelt abgegeben werden mußte.

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Die beiden Autoklaven haben eine Leistung von jeweils 70 kW. Die hydraulische Einbindung der Wärmespeicher in das Gesamtsystem ist einfach umzusetzen. Die serielle Einbindung bedeutet eine doppelte Einsparung. Die Wärmespeicher können ohne Eingriff in die vorhandene Regelung sowohl im Anlagenvorlauf als auch im Rücklauf durch die Be- und Entladepumpe in gleicher Weise eingebunden werden. Allein die Verbraucherkreise sorgen für die Beladung (Produktionsabwärme) als auch für die Entladung (Trinkwassererwärmung) und zwar genau in dem erforderlichen Maß.